Freigegebene DSL Preise?
Die Bundesnetzagentur will teilweise die DSL Preise freigeben. Der Markt soll sich selbst regulieren. Insgesamt hofft sie dadurch auf sinkende Preise. Bisher legte die Bundesnetzagentur immer fest, wieviel Gebühren die Leitungseigentümer im Monat für den Bitstromzugang in ihre Netze verlangen durften. Ohne den Zugang hätten die Konkurrenten der Telekom ihren Kunden kein Telefon- oder Internetzugang ermöglichen können.
Letzter Stand ist eine Monatsgebühr von 20,05 €.Die Telekom möchte den Preis auf 25 € erhöhen. In hart umkämpften Märkten, wie sie in Hamburg, München oder Köln existieren, soll bald der freie Wettbewerb über die Preise entscheiden. Dann hätte die Telekom freie Hand bei der Preisgestaltung.
Bundesweit gültige Regulierungsvorschriften
Noch gibt es aber die bundesweit gültigen Regulierungsvorschriften. Zurzeit arbeitet man an einem Positionspapier. Nach der Fertigstellung können dann die Marktteilnehmer bis Ende September zu den Plänen der Regulierungsbehörde Stellung nehmen. Dort, wo Markt und Wettbewerb funktionieren, muss nach Meinung von Behördenpräsident Matthias Kurth nicht eingegriffen werden.
Eine solche regionale Differenzierung würde neben Chancen auch Risiken bergen, so Kurth. Neben der Telekom müssen Unternehmen wie Telefonica, QSC und Arcor ihr Netz den Mitbewerbern bereitstellen. Darauf greifen dann Wiederverkäufer wie United Internet oder Freenet zurück.
Die Mehrzahl der Leitungen sind im Besitz der Telekom
Telekommunikationsunternehmen wie Hansenet, die über nicht genügend eigene Leitungen verfügen, sind ebenfalls Kunden bei der Telekom. Zwischen den Vermittlungsstellen und den Haushalten müssen fast alle Anbieter auf die Telekom zurückgreifen, weil kaum einer dort eigene Leitungen liegen hat.
Was den DSL-Markt zusätzlich in Schwung bringen wird ist die Konkurrenz durch das Kabelfernsehen, über deren Infrastruktur ebenfalls telefoniert und gesurft werden kann. Von der Lockerung des Wettbewerbs werden wohl vor allem die Städter profitieren, wohingegend in ländlichen Regionen die Preise angezogen werden könnten.